AUSGANGSLAGE
Prozesslogik und Systemverhalten verlässlich abgleichen
Im Kontext der Einführung eines neuen Bereitstellungs- und Lizenzierungsmodells für digitale Dienste entstand neben den produktiven Kernsystemen ein konkreter Bedarf: Fachliche Prozesslogik und tatsächliches Systemverhalten sollten transparent und belastbar miteinander abgeglichen werden. Gerade bei zahlreichen beteiligten Systemen, komplexer Businesslogik und bereichsübergreifenden Abhängigkeiten ist Nachvollziehbarkeit nicht nur „nice to have“, sondern eine spürbare Hilfe für Analyse, Abstimmung und Validierung.
LÖSUNG
Monitoring bestehender Anwendungen – minimalinvasive Integration
Für diesen Zweck wurde eine leichtgewichtige Lösung auf Basis von LPM in die bestehende Systemlandschaft integriert. Ziel war eine minimalinvasive Ergänzung, die sich in bestehende Java Anwendungen einfügt und Prozesssignale dort erzeugt, wo sie entstehen: direkt in der Codeausführung. Diese Signale sollten anschließend so dargestellt werden, dass sich fachliche Prozesssicht und technische Realität einfacher miteinander in Einklang bringen lassen.
So funktioniert die integrierte Lösung
Leichtgewichtige Einbindung in bestehende Systeme
LPM ist als leichtgewichtige Java/Spring‑Bibliothek konzipiert, die ohne zusätzliche Infrastruktur oder Lizenzkosten in Java‑basierte Anwendungen integriert werden kann. Über Annotationen lassen sich an beliebigen Stellen im Code fachliche Signale auslösen. Struktur und Attribute dieser Signale sind frei definierbar und können projekt- bzw. Use‑Case‑spezifisch angepasst werden.
NUTZEN IM PROJEKTKONTEXT
Transparenz, wenn Details den Unterschied machen
Durch die Visualisierung konnten Prozessschritte während der Laufzeit transparenter nachvollzogen und Abweichungen vom vorgesehenen Ablauf früher identifiziert werden. Das unterstützte insbesondere dann, wenn mehrere Systeme an einem Ergebnis beteiligt sind und Ursachen sonst nur mit hohem Analyseaufwand zu finden wären.
Fachliche Entscheidungen nachvollziehbar machen
 
Ein zusätzlicher Mehrwert ergab sich aus der Darstellung von Kontextvariablen innerhalb des Prozessflusses. Dadurch konnten fachliche Entscheidungen gezielt analysiert werden, beispielsweise bei differierenden Systemreaktionen auf vergleichbare Eingaben. Im Projektkontext ließ sich so unter anderem nachvollziehen, warum bestimmte Fahrzeuge Nachversorgungen von Lizenzen erhielten, während andere Fälle davon abwichen.
ARCHITEKTUR- UND TECHNOLOGIEASPEKTE
Vorteile der leichtgewichtigen Lösung
Der gewählte Ansatz ist bewusst leichtgewichtig: Er lässt sich nahtlos in bestehende (auch legacy nahe) Anwendungen integrieren, benötigt keine zusätzliche Infrastruktur und verursacht keine zusätzlichen Lizenzkosten. Dadurch bleibt die vorhandene Betriebsrealität übersichtlich, während gleichzeitig genau die Transparenz geschaffen wird, die im Projektkontext benötigt wurde.
- Leichtgewichtige Integration als Java/Spring‑Bibliothek
- Keine zusätzliche Laufzeitumgebung erforderlich
- Annotation basierte Signalerzeugung im Anwendungscode
- Flexible Mapping Mechanismen
- Visualisierung realer Codeausführungen im BPMN Modell
- Infrastruktur- und lizenzkostenneutraler Einsatz

PROJEKTBEITRAG
Open Source von Phactum – Integration und Einsatz im Vorhaben
Die Integration von LPM war nicht Teil der ursprünglichen Beauftragung, sondern wurde als zusätzliche Maßnahme initiiert, um Transparenz zwischen Prozessdesign und tatsächlichem Systemverhalten herzustellen. Phactum brachte dafür die Open Source Software LPM ein; in Zusammenarbeit mit Blue Mind Consulting wurde die Lösung in die Mercedes Benz Systemlandschaft integriert und im Projektumfeld eingesetzt.
Besonders bei Analyse-, Abstimmungs- und Validierungsaufgaben erwies sich der Ansatz als hilfreiches Werkzeug: Er reduzierte Interpretationsspielräume, machte Abläufe schneller erklärbar und unterstützte die gemeinsame Sicht auf Prozesslogik und Systemverhalten in einer komplexen Systemkette.

